Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Attendorn/Kreisgebiet, 12. Dezember 2005
Vorstand komnplett erneuert / Uwe Beul bekam Zustimmung für "seine" Mannschaft

SPD formiert sich zum Neuanfang

Siegener Zeitung vom 12. Dezember 2005
Der neue Vorstand des SPD-Unterbezirks Olpe wurde auf dem Kreisparteitag am Freigag gewählt.

Der neu gewählte Vorstand des SPD-Unterbezirks Olpe wurde auf dem Kreisparteitag am Freitag gewählt (von links): Reinhard Jung, Torsten Tillmann, Anje Seidenstücker, Uwe beul und Hendrik Frydrych.
hobö Attendorn/Kreisgebiet. Der personifizierte Neuanfang innerhalb der SPD im Kreis Olpe heißt Uwe Beul. Der 44-jährige Attendorner ist seit Freitagabend neuer Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Olpe (die SZ berichtete). Mit satter 57:3-Mehrheit wählten ihn die Delegierten im Restaurant der Attendorner Stadthalle in das neue Amt. Bei diesem Kreisparteitag traten aber auch die Probleme der Sozialdemokraten zutage, die man in der Vergangenheit vor allem mit sich selbst hatte. Das blieb auch nicht dem namhaften Gast, SPD-Landesvorsitzender Jochen Dieckmann, verborgen. Zum Abschluss der mehrstündigen Veranstaltung folgten die Sozialdemokraten einem Initiativantrag und fordern damit die Bundesregierung auf, das Amt der Parlamentarischen Staatssekretäre abzuschaffen vergl. gesonderten Bericht.

Hätte man einem Sozialdemokraten aus dem Kreis Olpe vor zehn Jahren plausibel machen wollen, dass im Jahre 2005 die SPD zwei Bürgermeister und einen Landtagsabgeordneten stellen sowie die CDU-Mehrheit in mehreren Gemeinderäten aufgehoben würde, wäre ungläubiges Kopfschütteln die Resonanz darauf gewesen. Diese Erfolge sind zwar eingetreten, aber dennoch zeigte der Unterbezirksparteitag in Attendorn, dass die SPD mit sich selbst in Unfrieden lebt. Einzelne Ortsverbände erleben zwar erfolgreiche Phasen, aber kreisweit stimmt die Zusammenarbeit nicht. Die Forderung nach einem Neuanfang war allenthalben spür- und hörbar. Heiner Mesch, seit vier Jahren Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, erschien gar nicht zur Versammlung. Einen Bericht des Vorstandes gab es nicht, weil seine bisherigen Stellvertreter, Juliane Schnittka und Joachim Nierhoff auf das Fernbleiben Meschs nicht vorbereitet waren. Jürgen Meise aus Attendorn berichtete lediglich aus seinem Arbeitsbereich im Vorstand, die Kommunalpolitik. Und da habe es in der Partei wohl wenig Interesse gegeben. Nur in einigen Gemeinden laufe es gut, ansonsten hätten vor allem die Unabhängigen zugelegt. Meise: „Das muss uns zu denken geben. Der Wähler ist nämlich nicht ungerecht, er wählt bewusst. Wir müssen uns überlegen, warum die SPD gewählt werden soll."
Uwe Beul will nun die SPD zu einer Einheit formen.

„Wir müssen uns wieder politisch positionieren, neue und interessierte Mitglieder gewinnen. Ich will ferner mit einer Strukturveränderung im Vorstand eine Reihe von Baustellen im Kreis Olpe gezielt angehen." Der 44-jährige verheiratete Vater von zwei Kindern hatte bereits im Vorfeld „seine" Mannschaft für den neuen Vorstand aufgestellt - und die Delegierten folgten den Vorschlägen. Dies musste auch Günter Belchaus aus Wel¬schen Ennest feststellen. Der langjährige Schriftführer zählte nicht mehr zum „Beul-Favoritenteam" kandidierte aber dennoch erneut für das Amt. Mit 26:30 Stimmen verlor er aber die Wahl. Hendrik Frydrych aus Drolshagen, der Vorschlag Beuls, ist nunmehr neuer Schriftführer. Der Blick auf die neuen Amtsinhaber zeigt, dass Beul bewusst ein Team geformt hat, in dem nahezu alle Ortsvereine und Gemeindeverbände berücksichtigt wurden. Die stellv. Vorsitzenden sind MdL Reinhard Jung (Ortsverein Wenden, 50 Ja-/ 6 Neinstimmen/ 5 Enthaltungen) und Torsten Tillmann (OV Finnentrop, 51/ 2/8. Schatzmeisterin ist Antje Seidenstücker (OV Altenhundem, 53/3/4), Bildungsbeauftragter Thieß Hanspach (OV Olpe, 36/14/9), Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit Christian Pospischil (OV Attendorn, 59/0/O) und Seniorenbeauftragter Fred Friederici (OV Wenden, 57/2/0).

Der Vorstand wird ergänzt von den Beisitzern Karin Bach (OV Wenden, 52 Ja-stimmen), Hans Grofe OV Meggen, 54), Klaus-Peter Langner (OV Olpe, 40), Juliane Schnittka (OV Kirchveischede, 25) und Wolfgang Siebert (OV Albaum/Heinsberg, 50).
„Ich hoffe, dass mit dem neuen Vorstand neuer Schwung in die Partei kommt", betonte der Attendorner Bürgermeister Alfons Stumpf. „Wir Sozialdemokraten haben nämlich in jeder Kommune die Chance, die Mehrheit zu erreichen und den Bürgermeister zu stellen."

MdL Reinhard Jung hoffte ebenfalls, dass die „Probleme und Irritationen" im Unterbezirk ad acta gelegt werden: „Ich hoffe auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Kreisvorstand, der Geschäftsstelle den Ortsvereinen und den Ratsfraktionen." Er selbst möchte als Landtagsabgeordneter die Kontaktpflege zur Basis sowie zu den Bürgermeistern und dem Landrat fortführen.