Pressemitteilung:
Westfalenpost vom 28. Dezember 2005
Kein "Hüppcherhammer": Wendener SPD will ein eigenes Gewerbegebiet
Jahresabschlussgespräch der SPD-Wenden
Von Roland VosselWENDEN.
Die Wendener SPD hat dem interkommunalen Gewerbegebiet „Hüppcherhammer" eine Absage erteilt.
„Wir, möchten ein eigenes Gebiet für Wenden", betonte Fraktionschef Robert Dornseifer gestern Abend beim traditionellen Jahresabschlussgespräch der Genossen.
Beim von Olpe, Drolshagen und Wenden ins Auge gefassten Gewerbegebiet „Hüppcherhammer" wäre Wenden nur noch zweite Geige. Olpe würde den Ton angeben. Zudem wolle man dies nicht gegen den Widerstand der Bürger durchsetzen. Falls es eine Beteiligung der Gemeinde Wenden an „Hüppcherhammer" gäbe, werde man an der Seite der Bürgerinitiative stehen, betonte SPD-Vorsitzender Jochen Sauermann.
Man wolle selber entscheiden, welche Firmen sich ansiedeln, so Dornseifer. Nach dem Gebietsentwicklungsplan steht Wenden ein 15 Hektar großes Gewerbegebiet zu. Die SPD favorisiert dabei die Weiterentwicklung des Gewerbegebietes „Auf der Mark".
Dornseifer: „Auf der anderen Seite der A 4 in westlicher Richtung würden keine Störungen ausgehen. Würde durch eine kleine Lösung der Ortsumgehung der Anschluss des gesamten Industriegebietes zum Zubringer erreicht, wäre das eine ideale Lösung auch für die Verkehrsprobleme der Ortschaft Gerlingen."
Ein Ganztagsangebot an allen Wendener Grundschulen forderte Jochen Sauermann. Politik, Verwaltung, Schulen und Elternvereine müssten hier an einem Strang ziehen. Wenden sei eine Flächengemeinde, da müsse man nach eigenen Lösungen suchen. Im nächsten Jahr wolle man daran arbeiten, dass ein solches Angebot überall zustande komme, so Sauermann.
„Das ist das Sahnehäubchen für die Schule", kommentierte Stephan Niederschlag den im Rat beschlossenen Umbau des Tennen- in einen Kunstrasenplatz am Wendener Schulzentrum. Der
Schulsport würde dadurch einen enormen Auftrieb erfahren, so der Möllmicker SPD-Ratsherr. Zudem sei ein kleiner Verein wie Sportfreunde Möllmicke ohne Kunstrasenplatz fast in der Existenz bedroht. „Platzhirsch ist dort für uns Möllmicke", hob Jochen Sauermann hervor. Auch für die SG Wenden könne der Platz mit vernünftigen leichtathletischen Anlagen ein zweites Standbein neben Gerlingen werden, so Niederschlag. Als dritter Klub wird der VSV an den Gesprächen zum Platzbau beteiligt.
Seniorenbeauftragter Lutz Schabelon stellt einen Antrag zur Rente mit Blick auf Arbeiten bis 67 Jahre ab 2035: Danach sollen alle, die 45 Jahre gearbeitet und Beiträge in die Rentenkasse entrichtet haben, 0,3 Prozent Aufschlag für jeden zusätzlich gearbeiteten Monat auf die spätere Rente bekommen. Dieser Antrag soll im kommenden Jahr von unten nach oben durchgereicht werden: von SPD Wenden über Unterbezirk Olpe zum Bundesparteitag.
Landtagsabgeordneter Reinhard Jung kritisierte die geplante Streichung der Mittel im sozialen Bereich durch die Landesregierung: „Betroffen sind offene Jugendarbeit oder Frauenhäuser. Alles, was wir an sozialen Standards in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben, soll mit dem Rasenmäher platt gemacht werden." Im Gegenzug versorge Minister Uhlenberg seine Klientel aber mit zusätzlichen Mitteln. Jung kritisierte zudem, dass die Landesregierung immer noch keinen Haushaltsentwurf vorgelegt habe: „Solange keine Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen, wird da nur Kaffeesatzleserei betrieben."