Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Kreis Olpe, 10. Februar 2006

MdL Reinhard Jung und Jochen Sauermann besuchten PKB Personalservice

Bäcker: "Gesetzlicher Mindestlohn für Zeitarbeit notwendig"
Reinhrd Jung (l.) SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Wenden informierte sich gemeinsam mit Wendens SPD-Chef Sauermann (nicht im Bild) bei der Firma PKB Personalservice

Reinhard Jung (l.), SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Wenden, informierte sich gemeinsam mit Wendens SPD-Chef Sauermann (nicht im Bild) bei der Firma PKB Personalservice
Gemeinsam mit dem Wendener SPD-Chef Jochen Sauermann informierte sich der örtliche Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Reinhard Jung (SPD-MdL), jetzt bei der seit fünf Jahren bestehenden Olper Firma PKB Personalservice. Geschäftsführer Klaus-Dieter Bäcker und Juniorchef Bertram Bäcker sprachen von einem bisher "insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsverlauf". Die Bäckers sind Mitglied im Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ), der wiederum Tarif-vertragspartner des Deutschen Gewerkschaftbundes (DGB) ist. "Diese Tarifbindung garantiert unseren Beschäftigten annehmbare Arbeitsbedingungen", betonte der Geschäftsführer.

Wendens SPD-Chef Jochen Sauermann lobte das Unternehmen, "von dem ich weiß, dass es auch viel soziales Engagement für seine Mitarbeiter zeigt". Etwa die Hälfte der Leiharbeitnehmer, die PKB Personalservice beschäftigt, sind Frauen, und immerhin 21 Prozent älter als 50 Jahre. "An dieser Zahl wird deutlich, dass hier auch ältere Facharbeiter, die ihren Job verloren haben, durchaus eine Chance haben", so Jochen Sauermann. Erfreulich sei auch, so Juniorchef Bertram Bäcker auf Nachfrage Reinhard Jungs (MdL), dass beispielsweise im vergangenen Jahr 2005 rund 30 Prozent der PKB-Mitarbeiter von den Firmen, die sie "entliehen" hatten, übernommen worden sind. "Diesen Klebeeffekt sollte man nicht unterschätzen. Er macht die Personalüberlassung in nicht wenigen Fällen zu einem sinnvollen Instrument für die schrittweise Wiedereingliederung in den regulären Arbeitsmarkt", findet der SPD-Landtagsabgeordnete und AfA-Vorsitzende.

"Wir verstehen uns als strategischer Partner von Geschäftsleitungen, die sich der Zeitarbeit insbesondere bedienen, um möglichst flexibel auf konjunkturelle Schwankungen reagieren zu können", unterstrich Geschäftsführer Klaus-Dieter Bäcker und fügte hinzu: " 'Hire and fire' ist nicht unsere Sache. Wir freuen uns mit über die vorhin beschriebenen Klebeeffekte und sind ansonsten bemüht, Arbeitskräfte, die sich bewährt haben, jedoch nicht übernommen werden, dauerhaft zu halten." Teilweise würden sogar kürzere Zeitabschnitte, in denen ein Einsatz nicht möglich sei, auf Kosten der Firma überbrückt. Die Gesprächspartner waren sich sich einig, dass bei ungelernten Kräften immer auch darauf zu achten sei, dass sie sich möglichst noch qualifizieren. "Wir arbeiten insoweit eng mit dem Berufsfortbildungswerk (bfw) zusammen und geben unseren Mitarbeitern entsprechende Tipps", so Bertram Bäcker.

Klaus-Dieter und Bertram Bäcker wiesen weiter darauf hin, dass der Arbeitgeberverband mittelständischer Personaldienstleister (AMP), dem auch im hiesigen Raum einige konkurrierende Firmen angehören, Tarifverträge mit anderen Gewerkschaften, die nicht dem DGB angehören, geschlossen hat. "Diese Verträge sehen geringere Löhne und auch ansonsten schlechtere Arbeitsbedingungen vor, so dass diese Konkurrenten den entleihenden Firmen Personal zu oft günstigeren Preisen anbieten können als wir. Unser Verband fordert daher die Einführung eines Mindestlohns für Zeitarbeitnehmer, der sich an den mit dem DGB vereinbarten Löhnen für ungelernte Kräfte orientieren sollte", appellierte Bertram Bäcker - als Regionalkreisleiter des IGZ - an die zuständige Bundespolitik. Reinhard Jung (MdL) und Jochen Sauermann bezeichneten diese Forderung als "durchaus verständlich und berechtigt". Der SPD-Landtagsabgeordnete fügte hinzu: "Durch einen solchen Mindestlohn würde den schwarzen Schafen unter den Zeitarbeitsarbeitsunternehmen praktisch die Geschäftsgrundlage entzogen. Dies wäre im Interesse der Arbeitnehmer zu begrüßen, und das Ansehen der gesamten Branche würde davon letztlich auch profitieren."