Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Wenden / Kreis Olpe, 07. März 2006
Sagasser und Jung trafen sich auf Dörnschlade - Arbeitslosigkeit:

Chef der Arbeits-Agentur Siegen sieht "Silberstreif am Horizont"

Roland Sagasser, Leiter der Agentur für Arbeit Siegen und MdL Reinhard Jung trafen sich auf der Dörnschlade

Roland Sagasser, Leiter der Agentur für Arbeit Siegen und Reinhard Jung: Das Gespräch diente dem näheren Kennenlernen und der Erörterung der aktuellen Beschäftigungslage im Kreis Olpe.
Zu einem gemeinsamen Gespräch trafen sich jetzt der Leiter der Agentur für Arbeit Siegen, Roland Sagasser, und der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Jung auf der Dörnschlade. Thema war die aktuelle Beschäftigungslage im Kreis Olpe; zugleich diente das Treffen dem näheren Kennenlernen der beiden Gesprächspartner. Dazu Roland Sagasser: "Gute und enge Kontakte zu den regionalen politischen Mandats- und Entscheidungsträgern aller Parteien halte ich für sehr wichtig und pflege sie daher regelmäßig." Auch Reinhard Jung (MdL) betonte, "dass es für die Politik natürlich stets von Bedeutung ist, Informationen aus erster Hand zu bekommen, zumal dann, wenn es um ein so sensibles Thema wie den Arbeitsmarkt geht. In derartigen Gesprächen mit wichtigen Leuten, die vor Ort praktische Verantwortung tragen, erfahren meine Kollegen und ich am besten, wo genau politischer Handlungsbedarf besteht".

Roland Sagasser wies darauf hin, dass die Arbeitslosenquote im Kreis Olpe mit derzeit 8,4 Prozent "relativ günstig" ist. Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Siegen (Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe) liege sie bei 10 Prozent, im Bereich der Hauptagentur Siegen sogar bei 11,6 Prozent. Die erneute Verschlechterung der Beschäftigungslage im Februar sei auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. "Auf's Ganze gesehen denke ich aber, dass wir die Talsohle bei der Arbeitslosigkeit endlich hinter uns gelassen haben, und es - auch in un-serer Region - zumindest nicht weiterhin schlechter, vielleicht sogar besser wird", gab sich Roland Sagasser vorsichtig optimistisch. So sei die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres 2005 um immerhin 0,4 Prozent (gesamter Agenturbezirk) zurückgegangen, gleichzeitig habe sich die Zahl der offenen Stellen deutlich erhöht. "Hier sehe ich zumindest den berühmten Silberstreif am Horizont", unterstrich der Leiter der Agentur für Arbeit Siegen. Sagasser stimmte Reinhard Jung (MdL) zu, dass die Probleme auf dem Arbeitsmarkt damit noch lange nicht überwunden seien.

Weiter wies Sagasser darauf hin, dass das Risiko, arbeitslos zu werden, bei älteren sowie bei schlecht- bzw. geringqualifizierten Arbeitnehmern besonders hoch sei. Jung und Sagasser appellierten an junge Menschen, "bei der Schul- und Berufsausbildung keine Mühe zu scheuen. Denn ein möglichst qualifizierter Abschluss, ergänzt durch eine möglichst gute Allgemeinbildung, sind heute - mehr denn je - eine fast zwingende Voraussetzung für dauerhaf-ten beruflichen Erfolg." Von Reinhard Jung (MdL) auf Zeitarbeitsunternehmen angesprochen meinte Roland Sagasser: "Diese stellen eine wichtige Ergänzung dar. Insbesondere bei unklaren Geschäftsaussichten ist es für Unternehmen mitunter wichtig, auf Leiharbeitnehmer
zurückgreifen zu können. Die Chance, dass das entleihende Unternehmen diese Arbeitskräfte zu einem späteren Zeitpunkt übernimmt, ist häufig gegeben und stellt für die Betroffenen natürlich eine wertvolle Option dar." Besonderes Lob - so Reinhard Jung (MdL) - "verdienen aus meiner Sicht solche Zeitarbeitsunternehmen, die ihren Beschäftigten angemessene Ar-beitsbedingungen, die auch tarifvertraglich garantiert sind, bieten". Ihre Zertifizierung durch die Gewerkschaften sei stets ein wichtiges Indiz, so der SPD-Landtagsabgeordnete.

Auf Nachfrage Jungs bestätigte Roland Sagasser abschließend, dass auch bei Langzeitarbeitslosen, die bereits im ALG-II-Bezug sind, Existenzgründungen gefördert werden. Die jeweils zuständige ARGE gewähre in derartigen Fällen für die Dauer von maximal zwei Jahren ein sogenanntes Einstiegsgeld, dessen genaue Höhe von den konkreten Lebensverhältnissen abhängig sei. "Dieses Einstiegsgeld entspricht im Prinzip den Existenzgründungszuschüssen, die die Empfänger von Arbeitslosengeld I (ALG I) bekommen", erläuterte Sagasser.