Pressemitteilung:
SPD-Landtagsabgeordnete besuchten neuen Rektor der Uni Siegen
Denkbar: Kulturwissenschaftliches Zentrum ins Untere Schloss

Reinhard Jung (MdL) hob hervor, dass die Universität Siegen als Bildungseinrichtung und wirtschaftlicher Standortfaktor auch für den Nachbarkreis Olpe von zentraler Bedeutung sei. Professor Schnell berichtete, dass die Uni derzeit intensive Gespräche mit Stadt und Kreis Olpe über die Errichtung einer Fortbildungsakademie im dortigen Kreisgebiet führe. "Angedacht ist, dass wir das 'know-how' zur Verfügung stellen, Kreis und Stadt Olpe die Räumlichkeiten und die Infrastruktur", erläuterte der UniRektor. Das Projekt stehe und falle jedoch damit, dass sich das Land bereit erkläre, eine Anschubfinanzierung zu gewähren. Die beiden SPD-Politiker sprachen von einem "interessanten Vorhaben" und sicherten ihre Unterstützung zu. Einig waren sich der Rektor und seine Gesprächspartner auch, dass die Kontakte zwischen Universität und regionaler Wirtschaft noch weiter verbessert werden können und müssen.
Weiteres Gesprächsthema war die kürzlich bekannt gewordene Entscheidung der NRW-Justizverwaltung, den JVA-Standort im Siegener Unteren Schloss aufzugeben. "Ich freue mich, dass wir damit einer künftigen Nutzung dieser historischen Bausubstanz durch die Hochschule einen entscheidenden Schritt näher gekommen sind", betonte Helga Schwarz-Schumann (MdL). Die Siegener SPD-Landtagsabgeordnete regte an, hier ein Kulturwissenschaftliches Zentrum der Universität mit entsprechend ausgerichteten Instituten und vielleicht auch einer Theaterwerkstatt anzusiedeln. "In unmittelbarer Nachbarschaft des Museums für Gegenwartskunst und des künftigen Theaters im ehemaligen Apollo-Kino wäre dies eine äußerst sinnvolle Ergänzung. Die Attraktivität vor allem auch der Oberstadt ließe sich so deutlich steigern", meinte die SPD-Politikerin. "Wir sollten darüber weiter nachdenken", zeigte sich auch der Uni-Rektor von der Idee eines solchen Kulturwissenschaftlichen Zentrums im Unteren Schloss durchaus angetan. Einig waren sich beide Seiten, dass eine Verlegung ganzer Fachbereiche aufgrund der unzureichenden Infrastruktur (fehlende Parkplätze usw.) mit erheblichen Problemen verbunden wäre.
Ebenfalls angesprochen wurde das Thema Studiengebühren. Professor Dr. Ralf Schnell stimmte den beiden SPD-Politikern zu, dass die Einführung von Studiengebühren für ein Erststudium nicht der richtige Weg sei. "Dies ist meine persönliche Auffassung", meinte der Uni-Rektor und stellte klar: "Der hiesige Senat hat mit knapper Mehrheit für Studiengebühren votiert und wird in Kürze über deren Höhe entscheiden." Schnell hält es jedoch für möglich, dass das letzte Semester vor Abschluss eines Studiums gebührenfrei bleiben wird. "Damit würde ein Anreiz geschaffen, hier in Siegen Examen zu machen, denn wir sind natürlich - auch im Hinblick auf die Zuweisung öffentlicher Mittel - an einer möglichst hohen Absolventenzahl interessiert", fügte Schnell erläuternd hinzu. Derzeit werde in Siegen noch über alternative Finanzierungsmodelle nachgedacht, es müsse jedoch bezweifelt werden, ob diese kurzfristig durchsetzbar seien.
Helga Schwarz-Schumann, Reinhard Jung und Prof. Dr. Ralf Schnell vereinbarten abschließend, den begonnenen Dialog auch künftig in regelmäßigen Abständen fortzusetzen.
