Pressemitteilung:
Reinhard Jung (MdL) kritisiert das neue Schulgesetz:
"Rückschritt für die Kinder und Jugendlichen in NRW"
Für den SPD-Politiker steht fest: „Schwarz-Gelb verkauft den Menschen hier eine Mogelpackung.“ Er kritisierte insbesondere, dass künftig nur Gymnasiasten das Abitur nach 12 Schuljahren erreichen können, während die Schülerinnen und Schüler, die von einer anderen Schule in die gymnasiale Oberstufe wechseln, das 10. Schuljahr wiederholen müssen. „Bei dieser unsinnigen Abkoppelung der Gymnasien von allen anderen Schulformen bleibt Durchlässigkeit im Schulsystem eine Worthülse“, meinte Reinhard Jung (MdL) und fügte hinzu: „Es ist geradezu zynisch, wenn die Landesregierung vor dem Hintergrund derartiger Regelungen von einer höheren Durchlässigkeit spricht.“Als „nicht wirklich zielführend“ bezeichnete Reinhard Jung (MdL) auch die stärkere Gewichtung der Grundschulempfehlungen beim Übergang der Grundschüler auf eine weiterführende Schule. „Hier wird das Elternrecht schrittweise ausgehöhlt. Darunter zu leiden haben dürften in erster Linie die Kinder aus bildungsferneren Schichten“, betonte der Wendener SPD-Landtagsabgeordnete.
Zur beschlossenen Abschaffung der Grundschulbezirke meinte Jung, „dass auch diese die soziale Auslese verschärfen und die Grundschulen zunehmend in einen marktradikalen Wettbewerb führen wird“, und fügte hinzu: „Ich bin enttäuscht, dass sich auch der heimische CDU-Abgeordnete Theo Kruse in namentlicher Abstimmung für die Abschaffung ausgesprochen hat.“ Dieses Abstimmungsverhalten stehe gegen jede pädagogische Vernunft, schlage den Kommunen ein wichtiges Steuerungsinstrument aus der Hand, werde einen erheblichen bürokratischen Aufwand nach sich ziehen und die Erwartungen vieler Eltern enttäuschen. „Was aber am schlimmsten ist: Durch diese Entscheidung werden gute Grundschulen für die Kinder aus privilegierten Familien und schlechte für die übrigen Schülerinnen und Schüler entstehen“, unterstrich Reinhard Jung. Bezeichnend sei auch, dass die Fahrtkosten, die durch die Wahl einer weiter entfernt liegenden Grundschule entstehen, den Eltern nicht erstattet werden. „Schon daran wird deutlich, dass hier ein Wahlrecht speziell für die finanziell besser situierten Familien geschaffen werden soll“, so der SPD-Landtagsabgeordnete abschließend.