Pressemitteilung:
SPD-Landtagsabgeordnete besuchten Weiterbildungskolleg
"Zweiter Bildungsweg ist für uns unabdingbar"

Der stellvertretende Schulleiter, Jochen Schürg, machte auf einige interessante Zahlen aufmerksam: In den vergangenen sieben Jahren ist die Zahl der Studierenden um etwa 230 auf heute rund 530 angestiegen; davon besuchen ca. 300 die Abendrealschule, die übrigen das Gymnasium. Das Verbundsystem führt dazu, dass mancher, der zunächst nur vor hatte, den Realabschluss nachzuholen, anschließend doch bis zum Abitur weiter macht. Ungefähr 45 Prozent der Studierenden sind Frauen. "Der Frauenanteil hat sich erhöht, seitdem wir auch Vormittagskurse anbieten, die vor allem von Frauen genutzt werden, die bereits Familie haben", erläuterte Schürg. Zwischen 10 und 15 Prozent der Studierenden kommen aus dem Kreis Olpe, wo es keine derart ausgebaute Einrichtung gibt. Der Einzugsbereich des Weiterbildungskollegs erstreckt sich auch auf die angrenzenden Bereiche der Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Hessen.
Die anwesenden Studierenden wiesen darauf hin, dass die meisten ihrer Kollegen berufstätig sind und viele auch bereits familiäre Verpflichtungen haben. Mehr als 20 bis 24 Wochenstunden berufsbegleitenden Unterrichts seien für die Studierenden nur schwer verkraftbar führte Martin Sturm, stellvertretender Studierendensprecher, noch einmal deutlich aus. "Diese Mehrfachbelastung, die in Kauf genommen wird, nötigt großen Respekt ab", lobten Helga Schwarz-Schumann (MdL) und Reinhard Jung (MdL). Beide betonten mit Nachdruck, dass der berufsbegleitende Lehrgang zum Abitur erhalten bleiben muss.
Im Hinblick auf die bevorstehende zentrale Abiturprüfung 2008 baten Schulleitung und Kolle-gium die Abgeordneten eindringlich, mit dafür Sorge zu tragen, dass die Auswertungskommission für diesen ersten Durchgang angemessen mit Experten auch aus dem Zweiten Bildungsweg besetzt wird. Auf diese Weise muss sichergestellt werden, dass die speziellen Bedingungen dieser Schulform auch in Zukunft angemessene Berücksichtigung finden.
Weiteres Gesprächsthema waren die deutschsprachlichen Defizite bei nicht wenigen Studierenden mit Migrationshintergrund. "Diese Menschen sind nicht selten auf dem ersten Bildungsweg gescheitert, verfügen also vielfach noch über gar keinen Schulabschluss", erläuterte Ernst Göckus. Helga Schwarz-Schumann (MdL) stimmte den Lehrerinnen und Lehrern zu, dass die insoweit zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten ausgebaut werden müssen. Ferner machten beide Abgeordnete deutlich, dass auch sie einen verstärkten Einsatz von Sozialpädagogen für notwendig halten. Abschließend sicherten Schwarz-Schumann und Jung ihren Gesprächspartnern auch in diesen Punkten ihre volle Unterstützung zu.
