Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Wenden / Schönau, 14. August 2006

Wendener Jusos im Gespräch mit MdL Reinhard Jung über Schulpolitik in NRW

Das Thema Schule - angefangen bei der Grundschule - über Sonderschulen - Realschulen bis hin zu Gymnasien - war Thema bei den Wendener Jusos.
Das Thema Schule war Mittelpunkt des Gesprächs, das die Wendener Jusos Katrin Friederici (li) und Simone Sauermann (re) mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Reinhard Jung führten.

Das Thema Schule stand im Mittelpunkt eines Gesprächs, das die Wendener Jusos Katrin Friederici (li) und Simone Sauermann (re) mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Reinhard Jung führten.
„Bei den Jugendlichen werden die Auswirkungen von Kürzungen der Landesregierung in der Schul- und Sozialpolitik diskutiert. Es herrscht große Unsicherheit darüber, inwiefern die Jugendlichen im Kreis Olpe und in Wenden betroffen sind“, sagte Katrin Friederici.
„Die Mittelansätze für die noch von der alten Landesregierung eingeführte Schulpauschale (z. B. für Bauvorhaben im Schulbereich) bleiben vorerst unverändert.

Zum Landesjugendplan: Entgegen der ursprünglichen Planung, die die CDU noch als Opposition im Landtag mit getragen hatte, sind die entsprechenden Mittel doch nicht wieder auf das Niveau des Jahres 2003 angehoben, sondern auf dem Niveau des (rot-grünen) Doppelhaushalts 2004/05 eingefroren worden. Damit hat die Regierung Rüttgers eines ihrer Wahlversprechen gebrochen. Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen - auch bei uns im Kreis Olpe - sind davon natürlich nachteilig betroffen. Ebenfalls zu erwähnen ist die Kürzung der Landeszuschüsse im Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder.

Erhebliche Einsparungen hat auch der Breitensport zu verkraften. So wurden die Mittel für die Übungsleiterpauschale landesweit drastisch um 1,5 Millionen Euro - das sind 45 Prozent -gekürzt. In unseren Sportvereinen sind davon Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen betroffen.

Ergänzend sei noch auf Folgendes hingewiesen: Weitere haushaltspolitische Entscheidungen der Landesregierung wirken sich negativ auf die Kommunen und damit auf deren Handlungsspielräume aus. Dies gilt etwa für die geplante Verdopplung der Krankenhaus Investitionspauschale, die auch die Gemeinde Wenden zahlen muss. Sie belastet den Gemeindehaushalt bisher mit 110.000 Euro, künftig werden es 220.000 Euro sein. Ein weiteres Beispiel ist die Herausnahme der Grunderwerbssteuer aus dem Steuerverbund, die geringere Schlüsselzuweisungen zur Folge hat; Wenden büßt dadurch ca. 10.000 Euro ein“, antwortete Reinhard Jung.

Die Ergebnisse der Pisa Studie wurden von den Jusos von allen Seiten beleuchtet.
„Wir wissen aus eigener Erfahrung unserer Klasse, dass der Lernstoff auf Grund fehlender Sprachkenntnisse einiger Schülerinnen und Schüler nicht voll umgesetzt werden kann. Die jetzt auch mit Unterstützung der SPD eingeleiteten Maßnahmen zur Sprachförderung finden unsere volle Unterstützung. Allerdings müsste in Sachen Berufsvorbereitung an Gymnasien und bei den Förderprogrammen von Lernschwachen bei den Sonderschulen nach dem Schulabgang noch einiges geändert werden“, forderte Simone Sauermann.

„Zum ersten Punkt führt das Arbeitsamt - nach eigener Auskunft - auch in den neunten Klassen der Gymnasien im Kreis Olpe Veranstaltungen zur Berufsorientierung durch. Dass die Schulen der Sekundarstufe I (Haupt- und Realschulen) insoweit aber Vorrang genießen, liegt auf der Hand, da ja die meisten Gymnasiasten zunächst ihre Schullaufbahn bis zum Abitur fortsetzen.
Zum zweiten Teil der Frage möchte ich weiter anführen, dass es bis heute leider kein fest etabliertes und bewährtes Verfahren zur Integration dieser Personengruppe (Sonderschulabgänger) in das Erwerbsleben gibt. Die Sonderschulabgänger müssen sich einer Untersuchung durch den Psychologischen Dienst des Arbeitsamtes unterziehen. Wird dabei eine „Behinderung“ festgestellt, werden entsprechende Reha- bzw. Berufsvorbereitungs-maßnahmen eingeleitet. Im Kreis Olpe werden diese vielfach im CJD Eichhagen, das dafür gute Voraussetzungen bietet, durchgeführt. Ansonsten gilt für Sonderschulabgänger, dass sie bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zumindest „beschult“ werden müssen; an den Berufskollegs gibt es entsprechende Auffangklassen.

Wichtig wäre aus meiner Sicht auch, dass man bereits an den Sonderschulen – im Rahmen des 10. Schuljahres – versucht, die Schülerinnen und Schüler durch eine Kombination von Unterricht und Betriebspraktikum auf den Wechsel ins Berufsleben vorzubereiten. Damit hat man z. B. an der Kindelsbergschule in Kreuztal und an der Pestalozzi-Schule in Olpe, wie ich in Erfahrung bringen konnte, gute Erfahrungen gemacht. In Kreuztal haben dort immerhin 4 von 16 Schülern eines Jahrgangs, die in den Genuss dieser besonderen Förderung gekommen waren, anschließend sogar einen regulären Ausbildungsplatz in ihren Praktikumsbetrieben bekommen. Problem ist, dass die für derartige „Beruf und Schule“ – Projekte (BuS) zur Verfügung stehenden Mittel - laut einer Auskunft des Arbeitsamtes – knapp bemessen sind“, antwortete Reinhard Jung.

Zum Abschluss verabredeten die Wendener Jusos einen regelmäßigen Meinungsaustausch mit MdL Reinhard Jung.