Pressespiegel:
Im Wendschen kochen die Gemüter
Neue Beschilderung an der Autobahn schlägt hohe Wellen
Auch Attendorn ging verloren

Alle für die Gestaltung der neuen Hinweistafeln Verantwortlichen hätten sehr unsensibel gehandelt, kritisierte Reinhard Jung. Am 30. August 2004 habe es ein Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW als vor Ort zuständige Behörde für die Autobahnbeschilderung und Vertretern der an die Autobahn grenzenden Kommunen gegeben. Seinerzeit war aus dem Siegerland der Wunsch geäußert worden, das Autobahnkreuz 01pe-Süd nach der Fertigstellung des neuen A4-Teilstücks in Richtung Kreuztal in Autobahnkreuz Siegen-Nord umzubenennen. Damals gab es einen Aufschrei der Empörung im Kreis Olpe mit der Folge, dass der Landesbetrieb versicherte, den Namen des Autobahnkreuzes beizubehalten.
Bei jenem Termin vor mehr als zwei Jahren sei aber auch über die Beschilderung diskutiert worden. Und hier habe sich der Vertreter der Gemeinde Wenden scheinbar nicht durchsetzen können oder die Brisanz der Thematik nicht erkannt, monierte Jung. „Die Gemeinde hätte mit mehr Nachdruck dafür kämpfen müssen, dass die Kommune nicht von der Autobahn-Landkarte verschwindet."
Merkwürdig erscheint nicht nur Reinhard Jung, dass die Abfahrtmöglichkeit Wenden aus Richtung Köln (A4) und Frankfurt (A45) noch angegeben wird, aber aus Richtung Dortmund nicht mehr. Es habe schon gefährliche Vorfälle auf der Sauerlandlinie gegeben, weil Autofahrer verunsichert nach der Abfahrt Wenden gesucht hätten, berichtete Jung. Allein schon wegen verschiedener Industriegebiete suchten viele auswärtige Pkw- und Lkw-Fahrer die Abfahrt Wenden. Daher sei völlig unerklärlich, warum nun nur die Hinweise auf die Fahrtziele Kreuztal und Siegen-Nord auf dem besagten Schild stünden.
„Ich versuche mit den mir zur Verfügung stehen Möglichkeiten, die Situation zur Zufriedenheit aller Bürger zu verändern", erklärte der Schönauer Landtagsabgeordnete. Er habe inzwischen intensiven Kontakt zum Landesbetrieb Straßenbau sowie den Verkehrsministerien in Düsseldorf und Berlin. Aus der Niederlassung Siegen von Straßen NRW habe er die Zusage erhalten, dass Wenden wieder als so genanntes Nahziel auch entlang der A45 in Richtung Frankfurt ausgewiesen werde. Entschieden werde dies aber im Verkehrsministerium in Düsseldorf. Rechtlich jedenfalls bestehe aufgrund der Richtlinien zur Wegweisung an Autobahnen keine Möglichkeit, gegen die neue Beschilderung vorzugehen.
Erstaunlich ruhig nimmt derzeit die Hansestadt Attendorn hin, dass an der A45-Anschlussstelle Olpe ebenfalls aus Richtung Dortmund kommend der Stadtname Attendorn seit kurzem nicht mehr auftaucht. Waren dort bisher die Ausfahrtziele Olpe, Lennestadt, Attendorn und Biggesee zu finden, stehen dort mittlerweile nur noch die Namen Olpe und Lennestadt. Dies erstaunt, weil nach wie vor vier Ziele an einer Abfahrt angegeben werden dürfen, so Jung.
Sollte der Name Wenden nicht auf das Autobahnschild zurückgelangen, so Reinhard Jung, werde er demonstrativ nicht zu der für 1. Dezember anberaumten Eröffnung der A4 von Gerungen in Richtung Kreuztal erscheinen. Allein schon vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde Wenden durch die beiden Autobahnen stark belastet sei und auch Beeinträchtigungen durch den Bau des neuen A4-Teilstücks habe hinnehmen müssen, hätte die Kommune ein Entgegenkommen der entscheidenden Behörden verdient. „Alles andere kann ich nicht tolerieren", erklärte Jung abschließend.
