Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Olpe, 10. Januar 2007

Reinhard Jung (MdL) besuchte das Amtsgericht in Olpe

Direktor Crezelius: "Unsere Mitarbeiter sind hochmotiviert"
Reinhard Jung (SPD-MdL) blickte jetzt bei einem Besuch der Justiz in Olpe Amtsgerichtsdirektor Rudolf Crezelius (links) bei der Arbeit "über die Schulter". Crezelius berichtete dem SPD-Politiker u. a. über die gute Ausstattung seines Hauses mit mod. EDV.

Reinhard Jung (SPD-MdL) blickte jetzt bei einem Besuch der Justiz in Olpe Amtsgerichtsdirektor Rudolf Crezelius (links) bei der Arbeit "über die Schulter".
Neben der guten IT-Ausstattung, über die das Amtsgericht Olpe bereits seit Ende der neunziger Jahre verfüge, lobte Crezelius auch die räumlichen Arbeitsbedingungen, die durch den Neubau des Amtsgerichtes vor etwa 15 Jahren geschaffen worden sind. "Unsere Sitzungs- und Büroräume sind angenehm und ansprechend gestaltet. Diese sympathische Atmosphäre trägt sicherlich mit zur guten Motivation der Richter, Rechtspfleger und auch der übrigen Mitarbeiter bei", so der Amtsgerichtsdirektor.

Auf Nachfrage Reinhard Jungs (MdL) bestätigte Rudolf Crezelius, dass nicht alle in der Ausbildung befindlichen Justizfachangestellten (pro Jahr werden am AG Olpe in der Regel zwei Auszubildende neu eingestellt) in den Justizdienst übernommen werden konnten. "Wir bilden über Bedarf aus, um den jungen Menschen so überhaupt eine Chance zu geben", unterstrich Crezelius. Reinhard Jung (MdL) lobte diese Ausbildungsaktivitäten und fügte hinzu: "Eine Ausbildung ist schließlich immer besser als keine, auch dann, wenn man sich anschließend bei anderen potenziellen Arbeitgebern bewerben muss." Jung und Crezelius bedauerten, dass es für die Betroffenen oft nicht einfach sei, einen geeigneten Job zu finden, da etwa auch die Anwaltskanzleien, was Arbeitskräfte angeht, häufig gesättigt seien.

Amtsgerichtsdirektor Rudolf Crezelius ging noch "auf einen weiteren wunden Punkt" ein: Seit 1995 ist es dem Amtsgericht Olpe in fast allen Fällen nur noch erlaubt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Service-Bereich auf der Basis befristeter Arbeitsverträge neu einzustellen. "Zwar ist es bisher bei Fristablauf regelmäßig zu Verlängerungen dieser Beschäftigungsverhältnisse gekommen, aber die Befristung erschwert natürlich die Lebensplanung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen. Dies hat menschliche Probleme zur Folge", bedauerte der Chef des Olper Amtsgerichts. Auch Reinhard Jung (SPD-MdL) sprach von einer "für die Betroffenen auf Dauer sicherlich unbefriedigenden Situation".

Auf die Frage des SPD-Politikers, wie es um die Entwicklung der Kriminalität im Kreis Olpe bestellt sei, antwortete Crezelius: "Von einem Explodieren strafrechtlich relevanter Fälle kann hierzulande nicht gesprochen werden. Die von Jahr zu Jahr zu verzeichnenden Schwankungen bei unseren Eingängen und Erledigungen sind insoweit nicht gravierend." Positiv wirke sich im ländlich geprägten Kreis Olpe sicherlich aus, dass die Bevölkerung hier noch recht bodenständig und die Familienstrukturen noch weitgehend intakt seien, ergänzte der Jurist.

Weiteres Gesprächsthema war die sich abzeichnende Verlagerung des geschlossenen Strafvollzugs von Siegen nach Attendorn. Auf das für für die dortige JVA örtlich zuständige Amtsgericht Olpe kämen damit weitere Aufgaben zu. Amtsgerichtsdirektor Rudolf Crezelius: "In Attendorn würde dann ja auch die Untersuchungshaft stattfinden. Dies dürfte für uns insbesondere zusätzliche Haftprüfungstermine zur Folge haben." Die Auswirkungen auf das AG Olpe werden nach seiner Einschätzung "insgesamt aber nicht wirklich gravierend" sein.

Reinhard Jung bedankte sich abschließend bei Rudolf Crezelius für die gewährten Einblicke und bot dem Amtsgerichtsdirektor seine Unterstützung an, sollten künftig politisch zu lösende Probleme auftreten.