Pressemitteilung:
Sturmschäden - SPD-Landtagsabgeordnete informierten sich vor Ort
Svenja Schulze (MdL): "Existenznöte sind erschreckend"

Die SPD-Politiker begrüßten die von NRW-Landwirtschafts- und Umweltminister Uhlenberg bei einem Besuch der Region angekündigten Hilfen des Landes. "Wichtig ist aber, dass diese Hilfen jetzt sofort und ohne größeren bürokratischen Aufwand zur Verfügung gestellt werden. Auch und gerade die kleinen Waldbesitzer sind dringend auf Unterstützung angewiesen", hoben Svenja Schulze, Helga Schwarz-Schumann und Reinhard Jung hervor. Beide Forstamtsleiter kündigten ein "möglichst gut abgestimmtes und koordiniertes Verfahren zur Aufarbeitung und Vermarktung des noch in den Wäldern liegenden Holzes an, durch das insbesondere sichergestellt werden soll, dass alle Betroffenen wirtschaftlich möglichst noch mit einem blauen Auge davon kommen. Und wie es aussieht, sind unsere Waldbesitzer an einer solchen gemeinsamen Lösung des Problems auch stark interessiert."
Die Forstbeamten berichteten den SPD-Politikern, dass die zur Verfügung stehende Abfuhr-Logistik bei weitem nicht ausreiche. "Wir führen daher sogar mit österreichischen Kollegen Gespräche, um auch von dort technische Unterstützung zu bekommen", betonte der Olper Forstamtsleiter Joachim Zacharias. Diethard Altrogge beklagte in diesem Zusammenhang die Schließung vieler früherer Verladebahnhöfe: "Die Möglichkeiten, das Holz mit der Bahn abzutransportieren, sind inzwischen sehr begrenzt, und auch die erforderlichen Lkw-Kapazitäten fehlen." Nach Einschätzung Altrogges und seiner Kollegen werden die umfangreichen Aufräumarbeiten "einen sehr langen Zeitraum" in Anspruch nehmen.
SPD-Sprecherin Svenja Schulze (MdL) sprach die geplante Forstreform an, durch die verschiedene Forstämter zusammengelegt und auch Personal in der Forstverwaltung abgebaut werden soll. Schulze, Jung und Schwarz-Schumann appellierten an die CDU-geführte Landesregierung, die Forstreform in der jetzigen Situation erst einmal aufzuschieben. "Solange die Sturmschäden in den betroffenen Regionen nicht völlig abgetragen sind, sollten Personalreduzierungen jedenfalls kein Thema sein. Dies wäre geradezu unverantwortlich", unterstrich Svenja Schulze (MdL) und fügte hinzu: "Der Bedarf an qualifizierten Forstfachleuten war noch nie so groß wie in der jetzt eingetretenen dramatischen Situation." Die zahllosen Waldbesitzer, deren Existenznöte nach dem verheerenden Sturm ganz enorm seien, dürften jetzt nicht im Stich gelassen werden, so die SPD-Politikerin.
Gemeinsam mit den Forstbeamten appellierten die vier SPD-Politiker an die Bürgerinnen und Bürger, die aktuellen Waldbetretungsverbote unbedingt zu beachten. "Die zerstörten Wälder sind kein Abenteuerspielplatz für Kinder und leichtsinnige Erwachsene. Die Gefahr, dass es zu Unfällen mit womöglich sogar tödlichem Ausgang kommen kann, ist enorm groß und sollte daher nicht unterschätzt werden", warnten Diethard Altrogge, Joachim Zacharias und Rainer Jauer abschließend.
