Pressemitteilung:
Reinhard Jung (MdL) besuchte Thyssen-Krupp in Finnentrop
Heiler: „Standort durch umfangreiche Investitionen gesichert“

Auf Nachfrage Reinhard Jungs (MdL) ging der Betriebsratsvorsitzende Uwe Schulte auf die Personalentwicklung und -situation des Werkes ein: „Bei uns sind heute 225 Mitarbeiter beschäftigt, die in drei Schichten arbeiten. Anfang der neunziger Jahre waren es noch etwa 320 Kollegen, die hier ihren Job hatten.“ Acht Ingenieure sind für Erhaltung und Produktion ver-antwortlich. Das Unternehmen bildet in Finnentrop derzeit 15 junge Menschen aus, vorwiegend im gewerblich-technischen, aber auch im kaufmännischen Bereich. Künftig werden es sogar 20 Auszubildende sein, wie Schulte betonte. Die Ausbildung erstrecke sich insbesondere auch auf die klassischen Berufe wie Schlosser (Industriemechaniker) und Elektriker (Elektroniker für Betriebstechnik). Nach Ansicht Schultes haben sich diese besser bewährt als etwa das neue Berufsbild des sogenannten „Mecha-Tronikers“, der bei Thyssen-Krupp in Finnentrop nicht ausgebildet wird.
Bei einem Rundgang durch die Hallen zeigte sich Reinhard Jung (MdL) von den modernen und hochautomatisierten Produktionsverfahren beeindruckt. So wurden in den vergangenen Jahren einige gesundheitlich besonders belastende Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt. „Dies ist sicherlich zu begrüßen. Andererseits fällt mir auch hier auf, dass es kaum noch sogenannte ‚Schonarbeitsplätze’ für ältere Arbeitskräfte gibt, die nicht mehr voll einsatzfähig sind“, meinte der SPD-Landtagsabgeordnete. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre sei gerade auch vor diesem Hintergrund „äußerst problematisch“.
Jung, früher selbst Gesundheitsbeauftragter bei Thyssen-Krupp in Eichen, war erfreut, von Werner Poggel zu erfahren, dass ab Januar ein eigener Betriebsarzt für die drei Thyssen-Krupp-Standorte Finnentrop, Eichen und Ferndorf eingesetzt wird. „Auch wenn es sich nicht sofort um eine volle Stelle handelt, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung“, so Reinhard Jung. Poggel hob hervor, dass damit eine alte Forderung der Belegschaften erfüllt wird. An der traditionell guten Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Arztpraxis, in der auch ein Chirurg tätig sei, werde das Werk Finnentrop aber gleichwohl festhalten.
Weiter erkundigte sich Reinhard Jung (MdL) nach den in Finnentrop vorhandenen Erweiterungsflächen für das Unternehmen. Dazu erklärte Werksleiter Hans-Joachim Heiler: „Thyssen-Krupp hat rechtzeitig das angrenzende Areal auf der anderen Lenneseite erworben, das wir bei Bedarf nutzen können.“ - Abschließend wies Heiler darauf hin, dass bereits 95 Prozent der Anlieferung und ca. 50 % der Abtransporte seines Werks über die Schiene erfolgen. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG sei allerdings „keinesfalls optimal, sondern ich sehe hier erheblichen Verbesserungsbedarf“. Reinhard Jung, im Landtag stellvertretender Vorsitzender der Parlamentarischen Gruppe Bahn (PGB), sicherte Hans-Joachim Heiler insoweit Unterstützung zu.
