Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Kreis Olpe / Düsseldorf, 24. August 2007
Reinhard Jung (MdL): "CDU-Schulministerin bläst der Wind ins Gesicht"

Klare Forderung der SPD: Ganztag statt Samstag

Den Vorschlag von Schulministerin Sommer, den Samstag wieder zum Schultag zu machen, lehnt Reinhard Jung (MdL) kategorisch ab. "Der Samstag gehört den Familien - und dabei muss es auch in Zukunft bleiben", betonte der Sozialdemokrat. Die Verkürzung der Schulzeit (Abitur nach 12 Jahren) führe in Teilen des Schulsystems zwar zu einer Unterrichtsverdichtung. Die Wiedereinführung einer 6-Tage-Woche sei jedoch die falsche Antwort darauf. "Für uns Sozialdemokraten ist die Sache klar: Die Schülerinnen und Schüler müssen verstärkt auch nachmittags unterrichtet werden. Wir fordern 'Ganztag statt Samstag' ", unterstrich Reinhard Jung (MdL).

Dies setze natürlich voraus, dass das Land NRW in den kommenden Jahren "auch viel eigenes Geld in die Hand nimmt, um einen möglichst flächendeckenden Ganztagsbetrieb an den Schulen zu ermöglichen. Dass der Bund bei den erforderlichen Investitionen hilft, ist erfreulich, aber primär verantwortlich ist und bleibt das Land", stellte Jung klar. "Dass derzeit viele Anträge der kommunalen Schulträger auf Bereitstellung entsprechender Fördermittel nicht oder nur teilweise berücksichtigt werden können, ist äußerst unbefriedigend. Frau Sommer, Finanzminister Linssen und Ministerpräsident Rüttgers sind konkret gefordert, diesen Investitionsstau aufzuheben." Jung wies an dieser Stelle auf die anhaltend günstige Entwicklung der Steuereinnahmen des Landes NRW hin.

Weiter übte Jung heftige Kritik "an dem flammenden Plädoyer der konservativen Schulministerin für die Beibehaltung des tradierten mehrgliedrigen Schulsystems". Der SPD-Politiker warf der Landesregierung vor, dieses - z.B. durch die nur für die Gymnasiasten greifende Schulzeitverkürzung - zementieren zu wollen. Er verteidigte den Vorschlag der NRW-SPD, die Schüler künftig bis zum mittleren Abschluss (10. Klasse) gemeinsam zu unterrichten, wobei ab der 7. Klasse differenzierte Unterrichtsangebote denkbar seien. "Gute Erfahrungen mit ähnlichen Modellen in den skandinavischen Ländern, die ja in den PISA-Studien deutlich besser abgeschnitten haben als Deutschland, sprechen für die von der SPD favorisierte Gemeinschaftsschule", hob Reinhard Jung (MdL) hervor.

Ein "Rückfall in die pädagogische Steinzeit" sei zudem die von Ministerin Sommer in Oberveischede hoch gelobte Wiedereinführung von Kopfzensuren. "Das Sozialverhalten insbesondere auch von älteren oder gar erwachsenen Schülern lässt sich unseres Erachtens nicht in Noten messen", stellte Jung klar. Hinzu komme, dass diese Noten stark sympathieabhängig und nicht wirklich überprüfbar seien. Ein weiterer verhängnisvoller Schritt in die falsche Richtung sei die Aufhebung der Grundschulbezirke: "Hier wird den Kommunen ein wichtiges Steuerungselement aus der Hand genommen. So wird es künftig - zumal in größeren Städten - Grundschulen 1. und 2. Klasse geben", warnte Reinhard Jung abschließend.