Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Kreis Olpe / Düsseldorf., 12. September 2007

Schulpolitik - Reinhard Jung (MdL) fordert eine sachliche Diskussion

„Theo Kruse sollte erst mal verbal abrüsten“
Die Warnung Kruses vor „sozialistischen Schulfabriken“ sei völlig abwegig, der CDU-Politiker gut beraten, „erst mal verbal abzurüsten“. Jung bezeichnete es als „bedauerlich, dass in diesem Land scheinbar keine sachliche Diskussion über grundlegende Veränderungen unseres Schulsystems möglich ist, obwohl Deutschland mit seinem traditionellen gegliederten Schul-wesen in den internationalen Bildungsstudien alles andere als gut abgeschnitten hat“. Die frühe Selektion der Kinder im Alter von nur 10 Jahren sei - so Jung - nicht zielführend und gehöre daher auf den Prüfstand.

Zur Gemeinschaftsschule erklärte Reinhard Jung (MdL): „Sie ist keine Kopfgeburt der SPD, sondern das Konzept wurde - im Auftrag des Verbandes für Bildung und Erziehung (VBE) - vom Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung (Prof. Dr. Wilfried Bos) erarbeitet. Zielvorgabe war und ist die Sicherstellung eines ortsnahen und breitgefächerten Schulangebots trotz des demographischen Wandels.“ In jeder Gemeinschaftsschule werde ortsnah und flexibel über deren innere Ausgestaltung entschieden. Wenn die Schule es so beschließe, werde es gymnasiale und Realschulklassen geben, betonte Jung. „Die Behauptung, Realschulen und Gymnasien würden zerschlagen, ist also Unsinn.“

Um die Schließung von Schulstandorten zu verhindern, haben die CDU-geführten Gemeinden Schöppingen und Horstmar (im Münsterland) beim Düsseldorfer Schulministerium die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule beantragt. In einer Umfrage sprachen sich über 80 Prozent der betroffenen Eltern dafür aus. „Vielleicht sollte sich Theo Kruse dort einmal schlau machen“, regte Reinhard Jung (SPD-MdL) an. Er wies ferner auf das von einer großen Koalition regierte Bundesland Schleswig-Holstein hin: „Dort wird die Gemeinschaftsschule unter Mitverantwortung der CDU, die in Kiel den Ministerpräsidenten stellt, eingeführt.“ Von allen CDU-Landesverbänden sei der nordrhein-westfälische in Sachen Schulpolitik scheinbar am wenigsten flexibel, meinte Jung und appellierte an Kruse und seine Parteifreunde, „ihre ideologischen Scheuklappen“ endlich abzulegen.

Jung ging auch auf den Vorwurf Kruses ein, die SPD wolle die Privatschulen abschaffen: „Das ist Unfug.“ In Essen gebe es schon heute eine evangelische, in Münster eine katholische Gesamtschule. „Sollte es uns Sozialdemokraten gelingen, nach 2010 die Gemeinschaftsschule einzuführen, wäre es den Trägern privater Gymnasien möglich, ihr Bildungsangebot unter Beibehaltung des gymnasialen Zweigs zu erweitern. Insbesondere die in der Mitte unserer Gesellschaft stehenden Kirchen sollten sich einer solchen Entwicklung nicht verschließen“, so Reinhard Jung (MdL) abschließend.