Pressespiegel:
Westfälische Rundschau
Willi Brase redete bei SPD-Aschermittwoch Klartext - und präsentierte Forderungskatalog
Arbeitnehmer müssen belohnt werden
Nach der Begrüßung von Uwe Beul, Vorsitzender des Ortsvereins Attendorn, sprach der Bundestagsabgeordnete Willi Brase zu den etwa 40 Parteimitgliedern, die nach Attendorn gekommen waren. „Gerechter Lohn für gerechte Arbeit" - mit diesem Titel war die Rede des DGB-Regionsvorsitzenden Siegen-Wittgenstein-Olpe überschrieben und er lieferte eine thematische Abhandlung zahlreicher aktueller politischer Themen. „Es waren die Arbeitnehmer, die durch jahrelange Zurückhaltung bei Lohnforderungen den Aufschwung und die Wettbewerbsverbesserung der Unternehmen ermöglicht haben", konstatierte Brase, um daraus abzuleiten, dass dies nun auch entsprechend belohnt werden müsse. So sei es nicht hinnehmbar, dass die Löhne und Gehälter zwischen Mitte der 90-er Jahre und 2005 um nur 0,9 % gestiegen seien, während fast alle anderen Länder in Europa deutlich höhere Steigerungen hätten verzeichnen können.„Ich halte die aktuelle Forderung der Stahlarbeiter von 8 % mehr Gehalt für richtig", erklärte Brase engagiert. Hinsichtlich der Debatte um Mindestlöhne führte Brase viel sagende Statistiken an: „5,5 Millionen Menschen arbeiten für einen Niedriglohn von unter 7,50 Euro, 1,9 Millionen sogar für weniger als 5 Euro in der Stunde." Schwer wiegt, dass von diesen Arbeitnehmern 64 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung und 10 Prozent sogar ein abgeschlossenes Studium vorweisen könnten. Laut Brase sind auch im Kreis Olpe 600 Vollzeitarbeiter auf staatliche Zuschüsse angewiesen. „Das muss sich ändern", forderte er und ging im Folgenden auch auf 1-Euro-Jobs, befristete Arbeitsverträge, Manager-Gehälter und das Mitspracherecht der Arbeitnehmer ein.
Ein weiteres großes Thema war die Bildungspolitik. „Jugendliche aus schlechten Verhältnissen haben statistisch erwiesen eine viermal schlechtere Chance das Abitur zu absolvieren - das ist ein Unding", wurde der Redner deutlich. So geriet die Rede Brases auch zur Abrechnung mit der Landesregierung, der CDU auf Bundesebene und auch der Linkspartei um Oskar Lafontaine. Lafontaine:
Ein Thema, das in der anschließenden Diskussion aufgegriffen wurde. So bemängelten einige, dass die SPD jegliche Koalitionsverhandlungen mit der Linken ablehne, nur weil sie unter dem „Oskar-Trauma" leide. „Eine Koalition mit Oskar Lafontaine abzulehnen hat etwas mit Ehrlichkeit zu sich selbst zu tun", hielt Brase dagegen, ließ aber die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit mit den „jüngeren Linken" in Zukunft offen.
Brase durfte viele Anregungen zu den Themen Altersteilzeitgesetz, Rentensystem, Energiepolitik und soziale Gerechtigkeit mit nach Berlin nehmen.

