Pressespiegel:

Olpe & Umgebung
  • Wenden, 09. April 2009
NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper besuchte die Gemeinde Wenden

"Wir sorgen für die Anbindung"

Auf Einladung von MdL Reinhard Jung besuchte Verkehrsminister Lutz Lienenkämper die Gemeinde Wenden

Auf Einladung von MdL Reinhard Jung besuchte der NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper die Gemeinde Wenden
hobö „Wir als&8194; Verkehrsministerium werden dafür sorgen, dass eine Anbindung des Gewerbegebietes an die Bundesstraße 54 genehmigt werden kann“, betonte der 39-jährige CDU-Politiker am Nachmittag an der Grenze der Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein. Er gab dieses Versprechen auf der „Ostheldener Höhe“, wo die Gemeinde Wenden und die Stadt Kreuztal ein interkommunales Gewerbegebiet gleichen Namens planen. Grundvoraussetzung für weitere Planungen bezüglich der „Ostheldener Höhe“, das betonten zuletzt Vertreter beider Kommunen, sei die Anbindung des etwa 50 Hektar großen Gewerbegebietes an die B 54 HTS).
„Dann sind wir einen bedeutenden Schritt weiter“, frohlockte daher Peter Brüser, Bürgermeister der Gemeinde Wenden, als er gestern die Botschaft des Verkehrsministers vernahm. Denn obwohl die HTS als Bundesstraße eigentlich der Zuständigkeit des Bundes unterliegt, kann das Land NRW als Auftragsverwaltung – anders als bei Autobahnen – in eigener Regie über zusätzliche Auf- und Abfahrten entscheiden. Das bestätigte jedenfalls Ekhart Maatz, Ministerialdirigent des Ministeriums für Bauen und Verkehr NRW, der ebenfalls an der Bereisung teilnahm. Maatz wörtlich: „Die Anbindung kommt, das geht, dafür stehen wir gerade.“
Die Anbindung des Gewerbegebietes allein an die Landesstraße 714 zwischen Girkhausen und Osthelden, ergänzte Minister Lienenkämper, reiche für dieses Gebiet nicht aus. „Wir brauchen zwingend eine Anbindung an die Bundesstraße. Wir verstehen uns als Infrastrukturministerium und bringen die Erschließungsstraße irgendwo an die
B 54.“ Er wies gleichwohl darauf hin, dass die Kommunen für die Erschließungsstraßen zuständig seien, das könne das Land nicht leisten.
Die Anbindung des anvisierten Gewerbegebietes „Ostheldener Höhe“ an das Fernstraßennetz war nur ein Thema, das bei der gestrigen Visite von Lutz Lienenkämper behandelt wurde. Der neue Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen war auf Einladung von Reinhard Jung ins Wendener Land gekommen, um auch über Schallschutz entlang der Autobahn 45 zu sprechen sowie bei Ottfingen den Startschuss für das Aufstellen von Wildschutzzäunen an der Sauerlandlinie (wir berichten noch) zu geben.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Jung aus Schönau ist Mitglied im NRW-Verkehrsausschuss und dutzt sich mit dem Minister aus der CDU/FDP-Landesregierung. Dies war bezüglich der Einladung durchaus hilfreich. Auf Seiten der Christdemokraten im Kreis Olpe gab es derweil offenes Missverständnis dafür, dass ein CDU-Minister im Superwahljahr 2009 die Einladung eines SPD-Mannes annimmt. Reinhard Jung sah gestern die Sache hingegen pragmatisch: „Es ist doch egal, welche Parteizugehörigkeit wir haben, wichtiger ist doch, dass wir – auch gemeinsam – etwas für die Bürger hierzulande erreichen.“
Diese These bekräftigte auch der Minister selbst. Solche Ortsbesichtigungen seien sehr wichtig. „Wenn man etwas hört und sieht, ist es besser einzuschätzen, als wenn man darüber nur in den Akten nachliest“, betonte Lienenkämper beispielsweise am Reiterweg in Hünsborn. Dort diskutierte die Delegation zum Thema „Lärmschutz an der A 45“. Diesbezüglich erklärte der Verkehrsminister, er wolle keinerlei Spekulationen schüren: „Es wäre falsch, wenn wir versprechen würden, wir könnten zaubern.“ Vielmehr möchte der 39-Jährige abwarten, bis die Werte einer neuen Lärmberechnung vorliegen. In Hünsborn sei man bisher nah dran an den Belastungsgrenzen, vielleicht lägen sie aufgrund aktueller Erkenntnisse nun darüber.
Mitte April seien die „Feinbeobachtungen der Werte“ abgeschlossen. Dann treffe er sich in Berlin unter anderem mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, CDU-MdB Hartmut Schauerte aus dem Kreis Olpe, um über weitere Schritte zu beraten. „Da laufen viele Bemühungen parallel, um den Schallschutz an der A 45 voranzutreiben.“
Sein Problem sei es, ergänzte der Minister, dass es an vielen, vielen Orten an den Autobahnen im Land Probleme gebe, ihm aber viele, viele Millionen für deren Lösung fehlten. Außerdem müsse er sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, die er nicht beeinflussen könne.
In Sachen Lärmschutz zwischen Hünsborn und Ottfingen (die SZ berichtete mehrfach über diese Thematik) müssen sich die Betroffenen also noch gedulden, bis die aktuellen Berechnungswerte vorliegen und dann über Maßnahmen entschieden werden kann. „Heute ist ja kein Auftakt, sondern die Fortsetzung eines intensiven Lärmschutzprozesses an der Sauerlandlinie. Wir werden an dem Thema dran bleiben.“, versprach Verkehrsminister Lutz Lienenkämper. „Diesbezüglich“, antwortete Reinhard Jung, „sitze ich wie eine mahnende Figur im Verkehrsausschuss…“