Pressemitteilung:

Olpe & Umgebung
  • Siegen/Betzdorf/Olpe, 29. Juli 2009
MdL Jung besuchte Transnet-Ortsverwaltung - regionaler SPNV:

Kritik an mangelndem Interesse der DB

:  Reinhard Jung (Mitte), SPD-Landtagsabgeordneter und stv. Vorsitzender der Parlamentarischen Gruppe Bahn (PGB) im Landtag NRW, traf sich jetzt in Siegen mit Paul Jung (links) und Hans-Ulrich Schumann.

Ab 2010 wird die 'Heidekrautbahn' (eine Tochter der DB Regio AG) auf der Strecke Siegen-Köln-Aachen den SPNV von der DB Regio NRW GmbH, die sich selbst gar nicht mehr beworben hatte, übernehmen. Dazu erklärte Gewerkschafter Paul Jung: "Von diesem Wechsel betroffen sind rund 60 Kolleginnen und Kollegen. Ihnen drohen nunmehr Versetzungen in andere Teile Deutschlands." Die Gesprächspartner appellierten an die Verantwortlichen der 'Heidekrautbahn', trotz bestehender Tarifunterschiede eine Übernahme des bisherigen Streckenpersonals zu prüfen. Reinhard Jung (MdL): "Das wäre eine gute Lösung, denn schließlich ist auch die 'Heidekrautbahn' - wie die DB Regio NRW GmbH - eine Tochter der DB Regio AG. Und sie müsste doch eigentlich an professionellen Mitarbeitern interessiert sein, die die Gegebenheiten hier vor Ort aus langjähriger Erfahrung kennen."

In diesem Zusammenhang baten die beiden Transnet-Vertreter Reinhard Jung (MdL) darum, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für eine Änderung der Ausschreibungskriterien bei SPNV-Strecken einzusetzen. Der SPD-Landtagsabgeordnete sicherte seine Unterstützung zu und betonte: "Ich teile die Auffassung der Gewerkschaft, dass Sozialstandards und Tariftreue wichtige Kriterien sind, die künftig stärker berücksichtigt werden sollten."

Weiteres Gesprächsthema war die Rothaarbahn (Strecke Kreuztal-Erndtebrück-Bad Berleburg). Beide Seiten stimmten überein, dass hier die Streckenhöchstgeschwindigkeit durch geeignete Maßnahmen - insbesondere durch technische Sicherung von Bahnübergängen - von 60 auf 80 km/h erhöht werden sollte. "Der Bahnreisende möchte so schnell wie möglich von A nach B kommen, ansonsten entscheidet er sich für das Auto", begründete Paul Jung die Forderung. Handlungsbedarf bestehe insbesondere zwischen Altenteich und Erndtebrück, wo es noch zahlreiche Bahnübergänge ohne technische Sicherung gibt. Reinhard Jung (MdL) sagte zu, Transnet, den Erndtebrücker Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel (SPD) und Vertreter der Deutschen Bahn demnächst zu einem Gespräch über das wichtige Thema in den Landtag einzuladen. Paul Jung fügte hinzu: "Wir sollten dann auch über eine Aufweitung der Tunnel zwischen Hilchenbach und Erndtebrück sprechen. Denn nur unter dieser

Voraussetzung könnten künftig verstärkt auch schwere Güter - z.B. der Erndtebrücker Ei-senwerke - auf der Schiene transportiert werden."

Ebenfalls angesprochen wurden der notwendige Ausbau sowohl der Ruhr-Sieg- (Hagen-Siegen) als auch der Siegstrecke (Siegen-Köln). Transnet-Bevollmächtigter Paul Jung forderte ferner die Einführung eines einheitlichen Verbundtarifs für Südwestfalen und die angrenzenden Verkehrsräume sowie einen durchgehenden Fahrkartenverkauf (auch an Automaten) in alle Richtungen. Wichtig sei zudem eine deutliche Verbesserung der Parkmöglich-keiten, aber auch die Schaffung behindertengerechter Zugänge an den Bahnhöfen der Region.

Reinhard Jung (MdL) und die beiden Gewerkschafter sind erfreut, dass Siegen mit der geplanten Eurocityverbindung Siegen-Klagenfurt (-Zagreb) wieder in das Fernverkehrsnetz der DB integriert wird. "Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weitere Verbesserungen in Sachen Fernverkehr, dann auch in nördlicher Richtung, sind aus unserer Sicht unverzichtbar", betonten beide 'Jungs', Reinhard und Paul, abschließend.