Pressemitteilung:
Reinhard Jung (MdL) besuchte Dechant Friedhelm Rüsche
"Kirche ein traditionell verlässlicher Partner für Politik und Kommunen"

Reinhard Jung (MdL) hob hervor, "dass die Kirche hierzulande traditionell ein verlässlicher Partner für Politik und Kommunen ist. Ohne die Kindertagesstätten, sozialen Einrichtungen, Schulen oder etwa auch die Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft wäre unsere Region um einiges ärmer. All diese Aktivitäten verdienen hohe Anerkennung." Dechant Rüsche betonte, dass zwar die Seelsorge Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit sei, fügte aber hinzu: "Auch die übrigen Aufgaben haben wir natürlich stets gerne wahrgenommen und hoffen, dies auch in Zukunft zumindest weitgehend zu können."
Das rückläufige Kirchensteueraufkommen hat zur Folge, dass die finanziellen Zuweisungen des Bistums knapper ausfallen als in früheren Jahren. Kirchenaustritte, die es in begrenzter Zahl auch im Kreis Olpe gibt, erklären diese ungünstige Entwicklung nur zum Teil, wie Rüsche deutlich machte. Natürlich mache den Kirchen vor allem auch die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise zu schaffen. "Und da die Lohn- und Einkommenssteuer Basis der Kirchensteuer ist, betrachten wir auch die gegenwärtige Politik auf Bundesebene, soweit sie auf Senkung der direkten Steuern gerichtet ist, mit einiger Sorge", unterstrich der Dechant. Reinhard Jung (MdL) äußerte Verständnis für diese Bedenken und ergänzte: "Früher oder später wird die neue Bundesregierung auf Konsolidierungskurs gehen müssen. Kommt es dann zu einer einer Mehrwertsteuererhöhung oder auch zu höheren Sozialversicherungsbeiträgen, hätten die Kirchen davon systembedingt nichts."
Dechant Friedhelm Rüsche betonte, dass sich die Kirche nicht leichtfertig aus einzelnen Auf-gabenbereichen (z. B. Kindergärten, Friedhöfe) zurückziehen werde. Nicht ganz auszuschließen seien jedoch "aus der Not heraus gebotene Anpassungen, die wir natürlich mit den verantwortlichen kommunalen Aufgabenträgern rechtzeitig abstimmen würden". Reinhard Jung erklärte dazu: "Das ist aus Sicht der Kirche nachvollziehbar, aber es ist ein Teufelskreis. Denn die finanzielle Lage der Kommunen wird doch auch immer prekärer." Rüsche und Vornholz wiesen ferner darauf hin, dass es im Kreis Olpe künftig nur noch einen Pastoralverbund pro Kommune geben wird, derzeit sind es im gesamten Dekanat noch 14 derartige Verbünde. "Die Kirche passt damit auch ihre eigenen Strukturen der derzeitigen Situation weiter an", so die beiden Geistlichen.
Dechant Friedhelm Rüsche betonte ansonsten, dass die katholische Kirche inhaltliche Berührungspunkte mit nahezu allen demokratischen Parteien habe. "Wie für die Sozialdemokratie haben Bildung und soziale Gerechtigkeit auch für uns einen besonders hohen Stellenwert." Während sich Reinhard Jung (MdL) für eine grundsätzlich gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zur Universität aussprach, meinte Friedhelm Rüsche, dass etwa Studiengebühren "auch eine disziplinierende Wirkung" haben könnten. Der Dechant stellte aber klar: "Die Ausbildung begabter junger Menschen darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern." Zur Sprache kam noch das neue 'Betreuungsgeld', das Eltern künftig bekommen sollen, wenn sie für ihr Kind unter drei Jahren keinen staatlich geförderten Betreuungsplatz in Anspruch nehmen. Die beiden Kirchenvertreter stimmten dem SPD-Politiker zu, dass hier die Gefahr besteht, dass dieses Geld im Einzelfall nicht zum Wohle des Kindes eingesetzt wird. Reinhard Jung (MdL) plädierte dafür, diese Mittel zusätzlich in entsprechende Einrichtungen frühkindlicher Bildung und Betreuung zu investieren.
