Pressemitteilung:
SPD-Abgeordnete besuchten das Kath. Jugendwerk FÖRDERBAND in Lennestadt
Petra Crone (MdB): "Prävention ist besser als Reparatur"
An seinen drei Standorten in Altenhundem, Olpe und Attendorn bietet FÖRDERBAND seit nunmehr über 25 Jahren vielfältige Maßnahmen an, die vornehmlich darauf gerichtet sind, Menschen ohne Job in das Arbeitsleben zu integrieren. "Besonders wichtige Zielgruppen sind für uns junge Menschen und auch alleinerziehende Frauen, die Probleme haben, eine reguläre Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu finden", erläuterte GF Michael Homringhaus. Barbara Lötfering ergänzte: "Wir leisten außerdem professionelle Schulsozialarbeit an Förderschulen im Kreis Olpe, um gerade auch benachteiligten Schülerinnen und Schülern die Schullaufbahn und den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu erleichtern."Homringhaus und seine Mitarbeiterinnen betonten, dass FÖRDERBAND seit vielen Jahren im Kreis Olpe verankert und sehr gut vernetzt sei. "Uns sind regionale Besonderheiten bestens bekannt. In enger und bewährter Zusammenarbeit mit unseren Netzwerkpartnern vor Ort bemühen wir uns um eine möglichst optimale berufliche und gesellschaftliche Integration der uns anvertrauten Menschen", fügte Nadja Cosner hinzu. Allerdings sind die Kapazitäten der Einrichtung derzeit nicht voll ausgelastet. In letzter Zeit hat FÖRDERBAND einige längerfristig angelegte Maßnahmen verloren. "Zum Teil wurden diese von der Arbeitsverwaltung bzw. der Politik ganz gestrichen, zum Teil haben sich bei den Ausschreibungen - aus Kostengründen - aber auch andere Anbieter durchgesetzt", berichtete Michael Homringhaus.
Der allgemeine Trend hin zu kürzerfristigen Maßnahmen sei - da waren sich die beiden SPD-Politiker und ihre Gesprächspartner einig - sehr bedenklich. "Für viele dieser Menschen geht es doch darum, das Arbeiten nach vielen Jahren der Passivität neu oder erstmalig zu erlernen. Und das geht meines Erachtens nur, wenn der betroffene Personenkreis über einen längeren Zeitraum unter geschützten Bedingungen den 'Ernstfall' proben und einüben kann", meinte Reinhard Jung (MdL). Seine Kollegin Petra Crone (MdB) ergänzte: "Dem stimme ich voll zu. Daher drängt die SPD-Bundestagsfraktion darauf, das bisherige Maßnahmenniveau zumindest vorerst beizubehalten. Sollte die neue schwarz-gelbe Bundesregierung hier zunehmend den Rotstift ansetzen, riskiert sie, dass es längerfristig für Staat und Gesellschaft noch teurer wird. Prävention ist auf jeden Fall sinnvoller als spätere Reparaturen."
Michael Homringhaus ging noch näher auf den bundesweiten Wettbewerb zwischen den verschiedenen Weiterbildungsträgern ein: "Nicht wenige der großen, überregional agierenden Anbieter beschäftigen heute pädagogische Mitarbeiter im Billiglohnbereich. Das hat einen dramatischen Preisverfall bei den ausgeschriebenen Maßnahmen zur Folge, der auch FÖRDERBAND zunehmend zu schaffen macht. Und das, obwohl auch unsere Mitarbeiter in den letzten Jahren schon harte Einschnitte hingenommen haben, statt 39 jetzt 41 Wochenstunden, Weihnachtsgeld musste gestrichen werden. Hinzu kommt, dass Mitarbeiterverträge aufgrund der befristeten Maßnahmen in aller Regel auch befristet sind, was weder für die Mitarbeiter noch für mich als Geschäftsführer zufriedenstellend ist." Dazu erklärten Reinhard Jung (MdL) und Petra Crone (MdB): "Diese Entwicklung ist in der Tat sehr unbefriedigend, zumal es sich hier um eine hochqualifizierte Arbeit im Bildungssektor handelt. Und für die Mitarbeiter des FÖRDERBANDES ist es auch demotivierend, obwohl sie doch gerade andere Menschen motivieren sollen. Wichtig ist, dass regional verankerte Träger wie FÖRDERBAND weiterhin bestehen können, denn sie kennen die Situation vor Ort am besten und genießen das Vertrauen der zu betreuenden Menschen und das der Betriebe."

