Pressemitteilung:
Gespräch über die Novellierung des Bundeswaldgesetzes und andere Themen:
SPD-Politiker trafen private Waldbesitzer der Region

Beide Seiten stimmten überein, dass die künftigen Regelungen so zu gestalten sind, dass eine angemessene Bewirtschaftung der Wälder möglich bleibt. Petra Crone (MdB): "Der Staat muss der wichtigen Schutzfunktion des Waldes für Mensch und Umwelt ebenso Rech-nung tragen wie den legitimen Interessen der Waldbesitzer. Es geht uns nicht um eine übertriebene Reglementierung, sondern wir möchten einen fairen Ausgleich der zum Teil widerstreitenden Interessen erreichen." Ferdinand Funke und die übrigen Verbandsvertreter warnten ferner vor einer Änderung der Fütterungsverordnung durch das Land NRW und machten zudem deutlich, dass vom Borkenkäfer befallenes Holz weiterhin behandelbar bleiben muss. Angesprochen wurde auch die Nutzung der Wälder durch Wanderer und andere Freizeitsportler. "Wir stimmen Ihnen zu, dass die künftige Ausgestaltung der insoweit maßgeblichen Verkehrssicherungspflicht keine zu hohen Anforderungen an die Waldbesitzer stellen darf. Denn schließlich soll der Wald für die Menschen frei zugänglich bleiben. Das wiederum erfordert eine rechtliche Absicherung der Waldbesitzer", betonte Reinhard Jung (MdL).
Klaus Zocher, Geschäftsführer der WaldHolz Sauerland GmbH, berichtete den SPD-Politikern über die Holzvermarktung durch sein privates Unternehmen, das nach dem Sturm 'Kyrill' (2007) u.a. von den drei Forstwirtschaftlichen Vereinigungen in den Kreisen OE, MK und HSK eingerichtet wurde. Der bisherige Geschäftsverlauf sei zufriedenstellend. Zocher wies darauf hin, dass in ganz NRW 60 Prozent des Holzes nach wie vor vom Landesbetrieb Wald und Holz vermarktet werden. "Die staatliche Forstverwaltung ist von der Konkurrenz, die ihr durch uns erwachsen ist, natürlich nicht begeistert", ergänzte Thorsten Reuber. Einen weiteren Privatisierungsansatz gibt es - versuchsweise - bei der forstfachlichen Betreuung privater Waldflächen in der Region. "Bisher erfolgte die forstfachliche Betreuung unserer Flächen ausschließlich durch den Landesbetrieb. Künftig sollen - nach einer Ausschreibung - 10.000 Hektar Wald von selbständig tätigen Forstfachleuten wirtschaftlich betreut werden. Das ist knapp ein Fünftel der Gesamtfläche unserer drei Forstwirtschaftlichen Vereinigungen in den Kreisen OE, MK und HSK", fügte Assessor Martin Voss hinzu. Das Land bleibe bei der Übertragung auf Dritte mit 80 Prozent an den entstehenden Kosten beteiligt.
Reinhard Jung und Petra Crone machten abschließend deutlich, dass sie den privaten Vermarktungsanstrengungen grundsätzlich positiv gegenüber stehen. "Bei der Übertragung der forstfachlichen Betreuung auf private Anbieter sind wir eher skeptisch. Wir Sozialdemokraten teilen die derzeit um sich greifende 'Privat-vor-Staat-Philosophie' der FDP bekanntlich nicht. Nach Beendigung der dreijährigen Probezeit muss eine kritische Bestandsaufnahme zeigen, ob dieser forstwirtschaftiche Pilotversuch tatsächlich zukunftsweisend ist."
